BITTE PASST AUF EURE HUNDE AUF!!!

"Immer wieder passiert es, dass Hunde, die aus dem Tierschutz aus dem Ausland zu uns kommen - die erst ein paar Stunden oder Tage in Deutschland, Österreich oder der Schweiz sind - in einer unvorhergesehenen Paniksituation entlaufen und nur mit ganz viel Glück, wenn überhaupt, durch die Hilfe von Experten wieder eingefangen werden können. Manche sind Wochen, Monate unterwegs, werden überfahren, tauchen nie wieder auf. Sie haben hier keinerlei örtliche Bindungen, noch eine Beziehung oder Vertrauen zu irgendeinem Menschen aufgebaut.

Täglich erreichen uns Suchmeldungen über das Internet und es sind so viele. Zu viele die aus schrecklichen Verhältnissen gerettet wurden und auf die hier eigentlich ein neues Leben warten sollte. Sie kommen aus Tötungsstationen, von der Straße - haben überlebt, weil Tierschützer und Vereine vor Ort und hier bei uns Tag für Tag kämpfen, um wenigstens einige dieser Hunde zu retten. Angesichts der traurigen Schicksale gibt es viele Menschen, die einem solchen Hund ein Zuhause geben möchten und es ist erstaunlich, wie viele dieser Hunde trotz ihrer Vergangenheit überhaupt keine Probleme damit haben, sich in ihre neuen Familien und in unseren Alltag zu integrieren.

Doch die meisten dieser Hunde bringen ein schweres Päckchen voller Erinnerungen und Ängste mit in ihr neues Leben, das sich nicht so leicht abstreifen lässt, wie ein altes Fell. Alles ist neu für sie. Manche haben nichts kennengelernt, was in unserem Alltag selbstverständlich ist, sie brauchen viel mehr Zeit, als wir Menschen oft glauben, um wirklich Vertrauen zu fassen, sich an alles zu gewöhnen. Es gibt Hunde, die aufgrund ihrer Vergangenheit Angst haben, in der Dämmerung rauszugehen, Hunde, die schon unsicher werden, wenn sie ein Mensch direkt anschaut. Spielende Kinder, ein Mann mit Hut, laute Geräusche, ein Stock, all das und so vieles mehr, kann alte Erinnerungen und Ängste auslösen. Woher soll der Hund wissen, dass er heute Dingen vertrauen kann, vor denen zu flüchten in seinem bisherigen Leben überlebenswichtig war?

Oft entlaufen Hunde kurz nach ihrer Ankunft aus dem eingezäunten Grundstück, flüchten über den Zaun oder aus der offenen Haustür. Manche bereits durch eine Unachtsamkeit bei der Übergabe am Flughafen oder an irgendeiner Autobahn. Andere entlaufen, weil die Leine in einer Schrecksekunde aus der Hand fällt (besonders fatal sind Flexileinen, die mit lautem Geräusch dann hinter dem Hund herklappern und ihn in Panik immer weiter und weiter verfolgen, sich irgendwo verfangen können...). Es gibt so viele Situationen, durch die Hunde entlaufen können, die man oft nicht vorhersehen kann. Plötzlich knallt es, und der Hund ist weg. Es gibt so viele traurige Geschichten. Ein Hund, der sich in Panik aus dem Halsband windet, weil zwei große fremde Hunde auf ihn zu gerannt kommen. Er ist überfahren worden. Ein anderer, der plötzlich Angst vor einem Gartenschlauch bekommt und über den Zaun flüchtet. Was Viele nicht wissen, Zwinger in Tötungs- und Auffangstationen werden oft ohne Rücksicht auf die Hunde, die sich ängstlich in einer Ecke zusammendrängen, ausgespritzt.

Die Not ist groß, wenn es passiert und die Menschen machen sich Vorwürfe. Viele sind sich der Gefahr gar nicht bewusst gewesen oder wurden zu wenig aufgeklärt. Deshalb hier ein paar wichtige Tipps für die Ankunft und die erste Zeit mit eurem neuen Familienmitglied:

Bei der Übergabe sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden! Der Hund sollte ausschließlich in einem geschlossenen Raum/Fahrzeug aus der Flug/Transportbox geholt und an Halsband UND Geschirr doppelt gesichert werden!

Beim Autofahren sollte der Hund immer angegurtet sein. Empfehlenswert ist auch eine Autotransportbox. Bitte öffnet niemals die Autotür, ohne Euch zu vergewissern, dass Ihr den Hund auch wirklich an der Leine habt!

Ganz wichtig für Zuhause: Lasst keine Türen und Fenster offen stehen!

Im Freien gilt grundsätzlich (Anfangs auch im Garten! Viel zu viele Hunde sind schon in Panik über Gartenzäune geflohen, die „hoch genug sein müssten“ ): Nehmt die Hunde an die Leine! Sichert sie doppelt! Am Halsband und zusätzlich an einem Brustgeschirr! Verwendet ein Geschirr mit zusätzlichem Bauchgurt, denn die üblichen Brustgeschirre bergen die Gefahr, dass der Hund herausschlüpft!

Flexi- oder Schleppleinen sind am Anfang nicht empfehlenswert und können sehr gefährlich werden, falls sie einmal aus der Hand fallen und der Hund damit davonläuft. Wenn möglich, sichert den Hund mit einer Leine zusätzlich am eigenen Körper.

Bitte beachtet: Nicht selten kommt es vor, dass Hunde - selbst nach längerer Zeit!, die sie schon in ihrem neuen Zuhause sind - entlaufen, sobald ein Ortswechsel, eine Veränderung stattfindet… vom Urlaubsort… aus der Ferienbetreuung!

Diese Hunde - mit ihren Schatten aus der Vergangenheit brauchen Zeit, um Schritt für Schritt in ihrem neuen Leben anzukommen. Die Menschen, die mit ihrem Auslandshund „den Weg des Vertrauens“ gegangen sind, wissen, wie lange es gedauert hat, bis der Hund endlich DA war! Sie wissen, wovon ich rede und wie wichtig es ist, gerade in der Anfangszeit GUT auf sie aufzupassen... und dass es das tausendmal WERT war für all das, was sie uns zurückgeben!

BITTE PASST AUF EURE HUNDE AUF!!!" (Sylvia Raßloff)

Darf gerne geteilt werden!!!