Solitario

Aufenthaltsort: 
Grödig/ Salzburg Österreich
Rasse: 
Galgo
Herkunftsland: 
Spanien
Alter: 
ca. 8.2.2012
Geschlecht: 
männlich
Kastration: 
ja
Gesundheit (der Test auf Mittelmeerkrankheiten ist immer eine Momentaufnahme!): 
gechipt, geimpft, entparasitet, EU-Heimtierausweis, Test auf MMK: negativ, Solitario hat eine Sehbehinderung (siehe Erstbericht)
Charakter: 
lieb, freundlich, verträglich
katzenverträglich: 
unbekannt
Grösse: 
ca. 64cm
Vermittlungsdatum: 
08/2016
Im neuen Zuhause: 

Solitario ist am 3.8.2016 in sein neues Zuhause nach Wien gezogen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beschreibung Spanien: 

Solitario wurde an der Tür zur Perrera Cieza angebunden gefunden.

Er ist ein lieber und freundlicher Galgo Rüde, der sich mit anderen Hunden bestens versteht.

Solitario wiegt ca. 25kg.

Beschreibung Pflegestelle: 

Solitario ist auf seiner Pflegestelle in Grödig/S angekommen.

 

Update 04.07.2016

Wer es nicht weiß, würde niemals bemerken, dass Solitario eine Sehbehinderung hat - soviel noch einmal zu diesem Thema :)

Er rennt und lustwandelt völlig sicher, unbeschwert, frech und frei wie ein Junghund durch den Garten, sodaß man ihn manchmal in seiner unbeschwerten, temperamentvollen Art sogar ein wenig einbremsen muss.

Abwechslungsreiche Spaziergänge findet er am besten und er genießt sein neues Leben in vollen Zügen.

Lediglich bei Begegnungen mit fremden Rüden muss man Vorsicht walten lassen, weil er nach Sympathie entscheidet!

Hingegen bei weiblichen Wesen, egal ob Mensch(in) oder Hündin ist Solitario ein "Grand Charmeur" und Megaschmuser - ein Spanier durch und durch ;)

Bei Fremden nimmt er zu Beginn lieber "eine Nase voll" und je ruhiger und desinteressierter sich der Mensch verhält, fühlt er sich sicher genug um einen Kontakt zu wagen. Generell setzt er seine Nase sehr viel intensiver als die anderen Hunde ein, was Suchspiele zu einem absoluten Highlight für ihn machen.

Ein toller Hund!!!!!!

Update 12.06.2016

Solitario hat sich von allen Pflegehunden die wir bisher hatten am schnellsten und unkompliziertesten an seine neue Umgebung, die Menschen und die Hunde gewohnt.

Bei der Nachkontrolle in der Tierklinik Oberalm war der Arzt sehr zufrieden mit Solitario. Er sieht gut aus, ist fröhlich und unbeschwert und ein richtiger Charmeur... Seine Medikamente bekommt er bis auf weiteres (Antibiotika fertig, Augenschutz/Pflege immer).

Nachdem wir Solitario nun schon ein bisserl besser kennen gelernt haben können wir nur unterstreichen, dass er wirklich und absolut kein Problem mit seiner Sehbehinderung im täglichen Leben hat.

Er saust und springt im Garten mit den anderen Hunden herum und fordert auch von sich aus alle anderen zum Spielen und Toben auf. Hat er sich einmal im hinteren Teil des Gartens verlaufen und kennt sich im Moment nicht aus, wartet er bis er von der Pflegemami oder den Hunden abgeholt wird. Generell ist es witzig zu beobachten, dass sich sowohl bei den Pflege- als auch bei den Pflegestellenhunden sofort Sorgenfalten bilden, wenn Solitario als einziger noch nicht hinterm Haus hervorgelaufen kommt. Natürlich schwärmen dann alle aus um ihn vom hinteren Teil des Gartens nach vorne zu geleiten oder sie hindern ihn daran nach hinten zu laufen.

Hat Solitario genug vom Spielen, legt er sich einfach ins hohe Gras oder versucht sich in den Büschen zu verstecken und stellt sich blind und taub - frei nach dem Motto: ich seh dich nicht, also kannst du mich jetzt auch nicht sehen... Da kann Nanda noch so sehr wie ein Gummiball vor ihm auf- und abhüpfen... kann ja sein, dass sie ihn gar nicht meint ;)

Die Pflegemama braucht ihn dann nur noch abzurufen und Solitario kommt freudigst und im gestreckten Galopp angelaufen. Generell ist Solitario sehr gut mit Leckerlies zu motivieren.

Da sind wir beim nächsten Thema: Er ist sehr folgsam und rücksichtsvoll und integriert sich völlig. Temperamentvolle, laute Menschen meidet er allerdings.

Solitario braucht ein zu Hause, wo es ruhig abläuft, ländliche Gegend wäre schön für ihn. Er sollte nicht zu Kindern, weil sie ihm einfach zu unberechenbar sind.

Das mit der ruhigen Umgebung ist aber nicht dahingehend gemeind, dass Solitario Langeweile schätzt. Im Gegenteil, er eignet sich wunderbar als Begleithund, fährt gern Auto und ist dankbar für alle neuen Gerüche. Hat er Vertrauen gefasst kann ihn auch nichts so schnell aus der Ruhe bringen.

Anfangs ist er zusammengezuckt und wollte die Leine durchbeissen, wenn er einen lauten Knall hörte (da genügte oft nur eine Autotüre) aber er hat gelernt, dass lautes Knallen ihm körperlich keine Schmerzen bereitet und so können wir sagen, dass er mittlerweile ein cooler und ausgeglichener Begleiter ist. Ein Grund dafür ist auch seine Sehbehinderung - er ist nicht so vielen Reizen ausgesetzt :)

Katzen findet er als Jagdobjekt spannend - wenn er sie denn in die Nase bekommt... auch im Garten!

Natürlich wünschen wir uns für Solitario im neuen zu Hause einen Garten.

 

Erstbericht 29.05.2016

Wir haben lange überlegt, wie wir mit dem Erstbericht beginnen sollen... Es gibt leider eine schlechte Nachricht.

Solitario war bei seiner Ankunft verhaltensauffällig und er sah im Gegensatz zu den Spanienfotos ein bisserl wie ein Vagabund aus, was die Pflegemama dazu bewog ihn ein wenig genauer zu beobachten als es sonst der Fall ist.

Relativ bald ist uns aufgefallen, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmen konnte. Wir erhielten in der Tierklinik Oberalm einen ganz schnellen Termin für den wir uns herzlichst bedanken, bei dem Solitario sehr gründlich und sorgfältig an den Augen untersucht wurde.

Festgestellt wurde eine akute eitrige Bindehautentzündung die momentan behandelt und von der Tierklinik mit Kontrolltermin überwacht wird. Weiters wurde festgestellt, dass er einseitig eine Hornhautverletzung hat und - und jetzt kommt die schlechte Nachricht: Beidseits hat Solitario Veränderungen (Narben) an beiden Netzhäuten die momentan nicht aktiv sind und ihn in seiner Sehkraft erheblich bleibend einschränken.

Beurteilung durch Beobachtung der Pflegestelle: Solitario sieht Bewegungen, die von der Seite her kommen überhaupt nicht. Er dürfte nur schemenhaft oder nur Schatten sehen. Natürlich orientiert er sich intensiv über seinen Geruchsinn und wir konnten feststellen dass er ohne Probleme zu den richtig tollen und leckeren Hundebelohnungen hinfindet :)

Nein, wir müssen ehrlich sagen, dass Solitario absolut "alltagstauglich" ist. Er lernt seine Umwelt auf seine ganz spezielle Art kennen.

Er ist leinenführig, sehr, sehr gelehrig nicht nur stuben- sondern auch gartenrein. Spazieren gehen ist für ihn total suuuuper. Solitario mag Autofahren und er war total brav beim Tierarzt. Nach dem Tierarzttermin hat er gemerkt, dass ihm nix übles mehr passiert und er ist vom mißtrauischen, überreagierenden Hund zu einem sehr neugierigen, wir möchten fast sagen allem Neuen sehr aufgeschlossenen, lieben und witzigen Kerl geworden.

Er hat sich wahnsinnig schnell seiner neuen Wohnungs- und Lebenssituation angepasst, "schaut" schon wo die Pflegemama ist und macht überall mit. Er hat sehr schnell gelernt, dass es keine Rangeleien um Leckerlies und Futter innerhalb des Rudels gibt und kommt mit einem Riesengrinsen und mit Schwung beim Herbeirufen üben angelaufen. Er ist sogar schon so sicher, dass er sich  ein paar Runden im Garten sprinten traut. Die anderen Hunde passen dabei auf ihn auf - schließlich ist da noch ein Goldfischteich im Garten...

Muss die Pflegemama mal die Wäsche aufhängen oder sonst kleine Arbeiten im Garten erledigen, hilft Nanda ganz, ganz großartig mit. Solitario wird an Nanda angeleint und sie führt ihn dann sicher durch den Garten. Natürlich sind die beiden nicht ewig aneinander geleint, sondern nur ganz wenige Minuten um die fürsorgliche Nanda nicht zu überfordern.

Fazit der Pflegestelle über das Leben mit einem sehbehinderten Hund: Es gibt wirklich keine Probleme! Im Gegenteil! Solitario hat sich viel schneller als so manch anderer Pflegling an die Pflegemama und ans Rudel gebunden.

Der einzige Unterschied zu anderen Pfleglingen ist, dass wir Solitario auf Geräusche und Worte mit den damit verbundenen Aktionen trainieren und prägen, damit er immer weiß was auf ihn zukommt. Selbst beim Spazierengehen trainieren wir ihn auf Geräusche und Worte, wenn da z.B. mal Treppen rauf- oder runter zu steigen sind od. er freie Bahn zum Rennen hat, etc. Solitario versteht das    a l l e s   auf Anhieb!!!!! Und uns an der Pflegestelle macht diese Arbeit mit Solitario wirklich einen RIESENSPASS und bringt uns sehr viel Freude.

WICHTIG: Wie bei allen unseren Galgos verweisen wir Sie auf die zahlreichen Informationen über diese spezielle Rasse. Nützliche Tipps für die Eingewöhnung sowie Informationen über Mittelmeerkrankheiten finden Sie auf unserer Homepage. Weiters finden Sie im Web, Büchern, Seminaren und weiteren leicht zugänglichen Quellen zahlreiche Informationen rund um den Galgo aus dem Tierschutz sowie sanfte Erziehungsmethoden und das sehr wichtige Thema Calming Signals (Beschwichtigungssignale).
Bitte eignen Sie sich unbedingt VOR der Vermittlung sämtliche Informationen über Galgos an - sie sind nicht vergleichbar mit anderen Hunderassen! Wir wollen unseren Tieren weiteres Leid hier in Österreich ersparen, indem sie unüberlegt angeschafft werden!

Bilder (um die Bildgalerie zu öffnen, bitte eines der Bilder anklicken):