Zweithund - die richtige Wahl für uns?

Was kann schon besser sein als ein Hund? Klar - zwei Hunde!

Mal ehrlich - wer von uns hat nicht insgeheim schon darüber nachgedacht, seinem Hund einen vierbeinigen Partner an die Seite zu stellen; davon geträumt, zwei Hunde über die Wiesen toben zu sehen?

Doch die Realität sieht oft anders aus. Zwei Hunde können doppelte Freude machen - aber auch die zehnfache Menge an Problemen verursachen!

„Ob ein Zweithund die richtige Entscheidung ist, hängt von vielen Faktoren ab“!

Bevor sie überhaupt Überlegungen anstellen einen zweiten Hund zu suchen, versichern Sie sich zuerst bei ihrem Vermieter, ob ein zweiter Hund erlaubt ist. Vielfach wird ein Hund toleriert aber kein zweiter!
Es wäre doch zu Schade wenn sie sich schon in einen Hund verliebt haben, alle Rahmenbedingungen optimal passen und es scheitert das Unternehmen Zweithund an der Absage ihres Vermieters.

Ein zweiter Hund kostet bedeutend mehr an Hundesteuer – je nach Gemeinde - mehr als der Ersthund.
Sind es jetzt zwei große Hunde – sind doppelte Kosten bei Hundefutter, Leckereien und Kauknochen mitzurechnen.
Doppelte Impfkosten und der „Risikofaktor“ Tierarztbehandlungen haben sich somit natürlich auch erhöht.
Diese finanziellen Belastungen sind nicht zu unterschätzen – denn auch für den Zweithund gilt die gleiche Gesundheitsvorsorge zu tragen wie für den Ersthund!
Dazu kommt der finanzielle Aufwand für die  Erstausstattung des „Zweiten“.

Auch wenn es keine Patentlösung für den Zweithund gibt, gibt es immer bestimmte Hunde-Kombinationen, die vielversprechend sind, und andere, die deutlich mehr Konfliktpotenzial haben. Das Leben spielt nicht immer so, wie man plant – doch wer Stress mit zwei Hunden vermeiden möchte, sollte zumindest versuchen, ein „Dreamteam“ anzustreben und ein „Problemteam“ zu vermeiden.

Grundsätzlich verstehen sich Rüde und Hündin beispielsweise meist besser als eine gleichgeschlechtliche Kombination.

Auch Hunde-Kombinationen, in denen die Rangordnung zwischen beiden Hunden von vorne herein ganz klar und nachhaltig geklärt ist, sind meist harmonischer als solche, wo sie immer wieder aufs Neue diskutiert wird.

Wer einer zur Dominanz neigenden Hündin eine ebenso zur Dominanz neigende, gleichaltrige Hündin dazu gesellt, hat dagegen gute Aussichten, sich ein Hundeleben lang mit einem „Problemteam“ herumschlagen zu können.

Zwei pubertierende Jungrüden, die beide nur Flausen im Kopf haben, werden vielleicht tolle Kumpels, sind für den Hundehalter aber oft kaum zu händeln.

Auch zwei extrem temperamentvolle, überdrehte, nervöse oder auch ängstliche Hunde können sich in ihrem Verhalten noch gegenseitig bestärken – und was bei einem Hund noch gut gemanagt werden kann, kann bei zwei Hunden ein echtes Problem werden. Hier ist es sinnvoller, wenn sich der Zweithund charakterlich zumindest ein wenig vom Ersthund unterscheidet.
Sind die Hunde zu unterschiedlich, entstehen schnell Konflikte. Sinnvoller ist es, wenn die beiden künftigen Lebenspartner in ihren grundsätzlichen Anlagen einander ähneln - sich aber gleichzeitig genug unterscheiden, um die Rangordnungsfrage schnell und endgültig zu klären und einander sinnvoll zu ergänzen.

Zwei Hunde derselben Rasse oder desselben Hundeschlags verstehen sich schon allein von ihrem  typischen Kommunikations- und Spielverhalten her meist deutlich besser als sehr unterschiedliche Hundetypen.

So wirkt ein souveräner Hund auf einen nervösen und ängstlichen Hund oft beruhigend und kann ihn auf die Dauer sogar selbstsicherer werden lassen.

Ein sehr lebhafter Hund kann durch einen ruhigeren Hund ausgeglichener werden oder ein phlegmatischer Hund durch einen temperamentvollen Hund lebensfroher.

Auch mancher älterer Hund freut sich, einen Jungspund um sich herum zu haben.

Daher sollte der erste Schritt jedes zukünftigen Zweithundehalters darin bestehen, sich die Persönlichkeit und die Vorlieben des Ersthundes in all seinen Aspekten bewusst zu machen und ihm die Möglichkeit zu geben, möglichst viele unterschiedliche Hunde kennen zu lernen. So wird sich rasch zeigen, mit welchen Hunden der Ersthund besonders innige Beziehungen knüpfen kann und mit welchen der Kontakt eher oberflächlich bleibt. Die so gemachten Erfahrungen können in die gezielte Suche nach dem passenden Zweithund einfließen.